MADONNA AUSTRIAN BLOGGER AWARD: SEHEN UND GESEHEN WERDEN!

 

Ein Abend der Superlative! Wien’s Who-Is-Who auf dem roten Teppich und sogar internationale Stars sind beim Event anzutreffen. Debi Flügge, Pamela Reif und auch der Prinz des Abends, Riccardo Simonetti. Na Gut, mit nicht mal 78k Followern ist er den anderen Bloggern in der Kateogrie „International“ zwar weit hinterher – Pamela Reif hat beispielsweise knapp 3 Millionen Follower. Er trägt eine weiße Schlaghose und ein enges weißes Top, ein goldenes Krönchen schmückt seine wallende Mähne. Riccardo ist auf jeden Fall einer der ersten Menschen die uns schon beim Eintreffen auf diesem atemberaubenden Event ins Auge sticht, auch wenn wir ihn dort noch nicht als Blogger erkennen, aber dazu kommen wir später noch. Zuerst sind wir etwas überfordert – viele Menschen und vor allem viele Handybildschirme, die die Kommunikation schwer und wenige Blogger sichtbar machen.

© Philipp Lipiarski | GOOD LIFE GROUP

Was ist hier los?

Wir kommen uns eher vor als wären wir auf einer Business-Veranstaltung, bei der CEO’s und Marketingleiter auf der Gästeliste stehen. Also gut, irgendwie müssen wir herausfinden, wer hier die nominierten Blogger sind. Gar nicht so einfach, denn irgendwie sieht hier keiner von denen so aus, wie auf ihren Instagram-Bildern! Das macht die Sache nicht einfacher. Wir schauen uns also noch etwas schüchtern um, um einen Blogger oder eine Bloggerin zu sichten. Wer sticht ins Auge? Natürlich jene Person, die dieses Event wohl am besten für die Selbstvermarktung verwendet: Herr Simonetti, den wir wie ja schon wie erwähnt nicht sofort als Blogger identifizieren können. Neben diesem märchenartigen Prinzwesen sind nämlich auch andere verkleidete Menschen im Colosseum 21 – beispielsweise jemand im Löwenkostüm und zwei Transvestiten (die übrigens hervorragend aussahen). Wie sollen wir auch wissen, dass einer der in Verkleidung steckenden Gäste ein nominierter Blogger ist. Es wird spannend – Pamela Reif läuft uns über den Weg, für ein Interview ist aber leider keine Zeit, immerhin haben wir keine große Kamera und auch kein Mikrofon mit, für die erfolgreiche junge Dame also nicht lukrativ genug, glauben wir.

Nach all diesen Impressionen, die wir erst mal verarbeiten müssen, finden wir endlich die Mom-Bloggerinnen. Natürlich haben sie sich alle untereinander „wahnsinnig lieb“ und sind „sooo froh“ heute Abend gemeinsam hier zu sein. Es sei ihnen ganz egal, wer nun den Award mit nach Hause nimmt, alleine die Nominierung ist eine riesengroße Ehre. Natürlich, welche Antwort hätten wir uns auch erwarten können. Die großartigen Selbstvermarktungskenntnisse gehen weiter, als wir sie darauf ansprechen, ob sie nicht Angst vor der Enttäuschung ihrer heranwachsenden Sprösslinge haben, wenn diese die öffentliche Preisgebung ihres Lebens mitbekommen. Eine durchaus wichtige Frage, immerhin bloggen sie ja nicht nur über sich selbst, sondern auch über ihre Kinder. „Nein, das glaube ich nicht, ich poste ja nichts, was meine Mama nicht auch von mir gepostet hätte“, bekommen wir als Antwort.

Der schöne Schein

Zum Schluss macht sich dann doch noch ein bisschen Ressentiment bemerkbar, nämlich an dem Punkt, an dem wir Beauty- und Lifestyleblogger ansprechen. Schnelles Geld und gut in der Öffentlichkeit da zustehen seien nämlich laut den Mum’s oft Gründe von jungen Mädels, die in diesem Bereich bloggen. So wird ihnen das Bloggen auch über den Kopf wachsen und sie werden nicht lange dabei bleiben. Also doch nicht alles so eitle-Wonne-Heiterkeit scheinbar? Der Schein trügt ja des Öfteren – haben wir gehört.

Bevor die Preisverleihung dann startet, erzählt uns eine der nominierten Fitness-Bloggerinnen noch, dass sie eine Grenze zum privaten Leben nicht für notwendig halten – oft nehme sie ihre Follower mit ins Bett und teilt alles mit ihnen, gerade dass sie sie nicht mit unter die Dusche nimmt. Ebendiese hat auch kein zweites Standbein, vor einem Platzen der Blogger-Blase habe sie aber keine Angst, die Blogger-Szene wird nur immer größer werden und sie werde damit auch noch viel mehr erreichen. Ist ja ambitioniert und positiv die junge Lady. Ob wir das ohne Grundausbildung und Ausweichmöglichkeit so sehen würden, ist jedoch fragwürdig. Wir hoffen natürlich nur das Beste für die Fitness-Bloggerin.

© Philipp Lipiarski | GOOD LIFE CREW

Blogger & IQ

Uns kommt nach diesem Gespräch das Klischee in den Kopf, dass Blogger zwar gute Fotos machen, sie beim IQ jedoch nicht so gewonnen haben. Darüber lässt sich jetzt sicher diskutieren. Wir glauben aber, dass es nicht anders ist, als bei allen anderen Menschen – manche sind mit besseren kognitiven Fähigkeiten ausgestattet, manche eben weniger.

Eine weitere Konversation, die eine neu gemachte Bekanntschaft an dem Abend mit Pamela Reif führt, lässt uns wieder an das Thema IQ und Blogger denken. Um das Eis zu brechen, fragt der Herr – offensichtlich sarkastisch – ob sie denn nicht Lust hätte, eine Reise zu gewinnen, sie reise doch so selten. Dieser Sarkasmus macht sich schon hier im Text bemerkbar, im persönlichen Gespräch muss er sie ja von oben überstülpen und bis in die Knochen drängen. Aber nein, sie versteht ihn nicht. Sie ist schockiert, fast empört. Na gut, Sarkasmus hat nicht unbedingt etwas mit Intelligenz zu tun, oder?

Endlich beginnt die offizielle Veranstaltung. Unsere Mägen knurren jetzt schon und wir können es kaum erwarten, bis das Buffet eröffnet wird. Böse Gedanken schleichen in unsere Köpfe: Ist eigentlich irgendjemand, außer den Nominierten, aus einem anderen Grund hier als free food und free drinks? Dem Alkoholkonsum im Gebäude nach zu urteilen eine durchaus berechtigte Frage. Zurück zum Thema, die Preisverleihung beginnt. Überrascht fällt uns auf, dass es wahnsinnig schnell voran geht und eine Kategorie nach der anderen ratz fatz erledigt ist. Nicht alle haben ihre Oscar-Reden perfekt geplant, die meisten wissen jedoch, sich auf der Bühne zu vermarkten, um das Geschäft anzukurbeln. Bei den anderen denken wir uns nur: People, isn’t this your job?!

Berechtigte Zweifel?

Aber es wird spannend: Kategorie Beauty. Lamiya Slimani ist die glückliche Gewinnerin. Slimani, der Name sagt dir was? Oh ja, das ist dieser lässige Blogger, der ganz nebenbei auch noch in der Jury sitzt. Äußerst interessant, dass genau seine Schwester den Award bekommt. Und als würde das nicht schon für genügend Furore reichen, gibt es da noch eine lustige Story. „New Faces“ – eine neue Kategorie, in der unter anderem Philip Ploner, Chef der Social-Media-Agentur Ploner Communications mit enormer Reichweite ist. Was der Clue an der Story ist? Naja, einer seiner Kunden in der Agentur ist…Trommelwirbel…Madonna! Richtig gehört. Diese Info haben wir selbst von einer Bloggerin, und zwar von Ivy, genaueres könnt ihr in ihrem Artikel nachlesen. Nun stellt sich uns die Frage, ob diese beiden Dinge nicht absichtlich gemacht wurden, um die Werbetrommel anzukurbeln. Marketing-technisch wäre das auf alle Fälle denkbar, denn only bad news are good news!

Info am Rande: die Kategorie „New Faces“ wurde von einem Plastischen Chirurgen gesponsert. Got it?

Spannend finden wir auch die Aussage der Moderatorin Viviane Geppert, dass es nun zur Königskategorie kommt. „Jetzt aber zur tatsächlichen Königskategorie des Abends….“ – warte, das hast du bei der Kategorie davor auch schon gesagt. Wäre eigentlich ein gutes Trinkspiel – jedes Mal, wenn sie diesen Satz sagt, wird getrunken. Am lustigsten finden wir diese Floskel vor allem im Zuge der International-Kategorie, welche tatsächlich ein König, oder ähm Prinz, gewinnt, nämlich Riccardo Simonetti. Bei der vorletzten Kategorie erwischen wir uns beim Abdriften. „Wann gibt es endlich essen? Oh Gott, ich brauche was zu trinken…ein Cocktail wäre lecker!“ Hoppla, wieder zurück in die Realität, oder im Falle des Blogger-Award: in die gefilterte Realität. Nun kommt es zu einer Kategorie, die auch wir durchaus unterstützen können. Bildung! Ja, mehr Bildung für alle! Endlich eine Kategorie, die als Hirnnahrung für unsere Gesellschaft dient! Mehr davon, bitte mehr davon!

© Philipp Lipiarski | GOOD LIFE CREW

Endlich eröffnet das Buffet!

Gefühlt jeder Gast stürmt auch dorthin, um von der Preisverleihung zu flüchten. Nachdem wir uns mit Freunden noch einen Drink gönnen – der war auch dringend notwendig, wir waren schon fast ausgetrocknet – drängen wir uns auch zum Buffet und hoffen auf leckeres Essen. Wir werden nicht enttäuscht, durchaus schmackhaft, vor allem das Tiramisu.

Und jetzt? Free Cocktails, we’re in! Schade nur, dass hier nicht mehr sonderlich der Bär steppt. Der DJ macht hinter seinem Pult auf der Bühne alleine Party, der Prinz Simonetti stöckelt laut lachend durch die Gegend, die restlichen Gäste essen und sitzen an den rar vorhandenen Tischen oder stehen neben der Bar. Party? Leider nein. Feierlaune? Wohl kaum. Nach Hause gehen, nachdem fast ein Food-Baby geboren wird und die Drinks einen beschwipst gemacht haben? Eher ja. Das Colosseum leert sich immer weiter und wir sind fast ein bisschen enttäuscht, dass weder der rote Teppich zu Beginn, noch die Party mit den Bloggern nach der Verleihung wie gedacht zelebriert werden. Nichts, rein gar nichts. Außer das schöne Fettnäpfchen, in das wir tappen.

Mit Kopfsprung ins Fettnäpfchen bitte!

Beim Versuch eine Dame am roten Teppich anzuquatschen werden wir nämlich mit großen Augen zurückgewiesen. Warum? Naja, nachdem wir sie fragen, ob sie denn eine der Mom-Bloggerinnen sei, kommt es zu diesem „Fauxpas“. Sie ist Blond, so wie drei von vier der nominierten Mommy’s, und sie ist schwanger. Liegt doch eigentlich auf der Hand, oder? Denken wir uns auch, aber falsch gedacht. „Nein, ich bin hier die Veranstalterin“, bekommen wir mit Augenverdrehen und Handbewegung á lá Wiener-Charme als Antwort. Hoppla, das wollten wir natürlich nicht!

Gegen halb Zwölf machen wir uns dann auch vom Acker, da hier nicht mehr wirklich viel los ist. Eindrücke verarbeiten, Goodie-Bag auspacken und mit einem leichten Schmunzeln über den Abend sinnieren, an dem Selfie-Queens und Insta-Kings sich perfekt in Szene setzten, um nun von diesem Oscar-Äquivalent auf ihrem Blog und ihrem Instagram-Feed zu posten.

© Philipp Lipiarski | GOOD LIFE CREW

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